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Folge 02

Achtung Industrie! Übernimmt die KI? DAS sagt Mittelständer CEO Bastian Braun dazu!

Zu Gast: Bastian Braun, Horst Keller Werkzeugbau GmbH 07.07.2026 30 Minuten

In dieser Folge spreche ich mit Bastian Braun von der Horst Keller Werkzeugbau GmbH über Fachkräftemangel, Werkzeugbau, Automatisierung und die Frage, ob humanoide Roboter im Mittelstand bald zur echten Alternative werden. Wie reagieren Mitarbeiter, wenn ein Roboter plötzlich Aufgaben übernehmen kann? Entsteht Angst – oder neue Entlastung?

Und wie müssen Unternehmer ihre Teams auf diese Veränderung vorbereiten? Ein Gespräch über Mittelstand, Technologie, Verantwortung und die Zukunft der Arbeit. Gast: Bastian BraunUnternehmen: Horst Keller Werkzeugbau GmbHThemen: Fachkräftemangel, Robotik, KI, Automatisierung, Mittelstand, Werkzeugbau, Zukunft der ArbeitWenn dir die Folge gefällt, abonniere den Podcast, lass ein Like da und schreib gerne in die Kommentare:Wäre ein humanoider Roboter für dein Unternehmen eher Chance oder Bedrohung?

Mehr Infos zu Horst Keller Werkzeugbau: https://horstkeller.com/Unser Podcast: https://konversion.digital/podcast

Zu Gast in dieser Folge

Bastian Braun

Geschäftsführer · Horst Keller Werkzeugbau GmbH

Du hast eine spannende Unternehmer-Geschichte zu erzählen?

Dann frag uns für ein Interview an. Sechs kurze Schritte, danach meldet sich David persönlich bei dir.

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Herzlich Willkommen im Podcast Triebwerk. Heute sitzen wir im wunderschönen Engelskirchen und ich habe jemanden zu Gast, bei dem ich zuletzt im Industrieunternehmen zu Besuch gewesen bin. Er hat mir sein Werk gezeigt, das war in der schönen Hansestadt Wipperfürth. Er hat mir verschiedene Werke gezeigt, hat gesagt, wir haben verschiedene Themenbereiche, die wir in den Werken machen. Das ist Bastian Braun von der Horst Keller Werkzeugbaus, richtig oder? Genau. Schön, dass du da bist, Bastian. Ja, hallo David, danke für die Einladung. Ich freue mich hier zu sein und bin gespannt. Bastian, erzähl doch mal ein bisschen über das, was du in dem Unternehmen machst.

Ich bin seit jetzt knapp sechs Jahren Geschäftsführer im Unternehmen. 2020 bin ich mit in die Geschäftsführung gekommen, zusammen mit meinem Vater in die Geschäftsführung gemacht. Der ist jetzt Ende 2023 in Rente gegangen und seitdem mache ich das alleine weiter. Ja. Und ja, bin da ganz oben an der Spitze gekommen. Du hast gerade gesagt, du machst das seit 2020. Das war ja, wenn ich es richtig in Erinnerung habe, die Pandemiezeit. Genau. War das nicht auch eine sehr schwere Zeit für die Industrie in dem Moment? Ja, natürlich. Es war und ist immer noch für uns schwierig. Aber ja, Pandemie war eine besondere Situation, glaube ich, für alle, wo verschiedenste Ansichten aufeinander getroffen sind, verschiedenste Vorgaben oder Handhabung der Vorgaben da aufeinander getroffen sind.

Und das war eine spannende, anstrengende Zeit. Ja, ich merke, das berührt dich. Finde ich auch gut, dass du da so ehrlich darüber sprichst. Ich glaube, gut ist, dass wir da gesellschaftlich wieder einen vernünftigen Konsens finden. Da bin ich also auch voll bei dir. Was hat das in der Zeit mit dir gemacht? Weil, wenn du schon darüber sprichst, erlaub mir die Frage, was hat es mit dir gemacht? Man hat viel nachgedacht über das, was so passiert ist, über das, wie Leute reagiert haben auf das, was vorgegeben wurde und wie es, auch miteinander kommuniziert wurde. Und ich war einer, der sich nicht hat immer lenken lassen von oben, nenne ich es mal.

Ich habe mir nicht die Spritzen alle abgeholt. Ich bin zum Testen gegangen, es war alles immer in Ordnung. Arbeiten, los geht's. Und das habe ich durchgezogen bis zum Schluss, bis das Thema dann endlich mal ruhig wurde. Aber es war anstrengend, ja. Okay, das zeichnet dich als Mensch aus. Du bist geradeaus. Du hast ein gutes Gefühl gehabt für dich und deine Entscheidung getroffen. Das finde ich total gut so. Also muss man einfach zugestehen. Hat das für dich in deiner Unternehmensführung Einfluss auf dich gehabt, in deiner Handlung? Das ist schwierig, gerade weil es ja auch die Zeit war, wo ich in die oberste Führung mit reingekommen bin und ich auch eine andere Ansicht hatte wie mein Dad, war es schwierig.

Viele Sachen haben wir im Unternehmen so durchgezogen, wie es gewünscht war, auch wenn es nicht immer meine Überzeugung war. Für mich persönlich habe ich halt einen anderen Weg gefunden, damit umzugehen. Es war eine anstrengende Zeit allgemein, weil es als erst mal in die Führung, in die oberste Führung ging, offiziell ging und dadurch dann noch die Pandemie dazu und der ganze Umgang damit war schon spannend. Ja, verstehe ich. Wie bist du denn, wenn wir nochmal zurückgehen auf den Bastian, wie er kleiner war. Es ist ja nicht selbstverständlich, dass man in ein Industrieunternehmen hineinkommt. Jetzt hast du gesagt, dein Papa hat das gemacht.

In wie vielen Generationen macht er das schon? Das ist jetzt, glaube ich, keine Eintagsfliege, würde ich jetzt mal angehen. Ich bin jetzt quasi dritte Generation. Mein Großonkel hat das Unternehmen gegründet, 1979, ganz klassisch für den Werkzeugmacher oder für den Werkzeugbau in der kleinen Garage. Mein Dad ist zweiter oder dritter Azubi gewesen von seinem Onkel, also von klein auf auch mit im Unternehmen gewesen. So bin ich als kleiner Junge auch schon immer in Berührung gewesen mit dem Unternehmen, war mit Papa dann Samstag, Sonntag schon mal mit an den Maschinen, als Schüler in Ferienarbeiten, nach der Schule schon die ersten Euros da auch mitverdient und war einfach auch von klein auf immer mit irgendwie dabei und bin so zum Unternehmen gekommen.

Aber du hast ja nicht dort gestartet, sondern was hast du gemacht, bevor du mit großen Augen deinem Papa zugeschaut hast, was hast du dann gelernt, bis du dann da hingekommen bist? Nein, also im Unternehmen, so als Schüler war ich immer schon. Aber als es dann ums Thema Ausbildung ging, hat Papa gesagt, nee, nee, die machst du erstmal woanders. Erstmal raus in die weite Welt. Was war die weite Welt? Es war nur Radevogelwald. Also immer noch bergisches Land. Immer noch bergisches Land. Ich bin aber auch nicht der Werkzeugmacher geworden, wie Papa und Großonkel das gemacht haben, weil mittlerweile hatten wir auch die Kunststoffverarbeitung dabei und ich hatte irgendwie mehr Bock auf Kunststoff und auf Spritzmaschinen und habe dann Verfahrensmechaniker gelernt.

Das konnte ich erstmal nicht im eigenen Hause, weil wir es da nicht ausgebildet haben zu der Zeit. Und Papa war halt der Meinung, nee, geh erstmal raus, guck dir mal die weite Welt an, dann bringst du vielleicht auch was anderes mit und irgendwann kommst du dann nach Hause. Ist das in der Industriewelt so, dass man da nicht so ein bisschen Sorge davor hat, dass das, ich stelle mir jetzt vor, du gehst woanders in die Ausbildung und er weiß vielleicht, okay, da gibt es die Firma Hauskeller, das ist der Sohn. Haben die da nicht so ein bisschen Spionageangst? Lass mich das mal so definieren. Ich komme ja eben nicht aus diesem Bereich.

Ich glaube, früher war es so, ja. Hauskeller ist ja immer noch oft im Unternehmen. Wenn ich dann andere Werkzeugmacher, Spritzgießereinler hatte, hatte ich auch immer noch ein Problem damit. Von daher glaube ich schon, früher war es schon so. Bei mir speziell war es aber auch ein Thema, dass die beiden Unternehmen, die beiden Unternehmersöhne in der Ausbildung getauscht haben. Also von der Firma, wo ich gelernt habe, der Unternehmersohn hat bei uns den Werkzeugmacher gelernt. Weil sich die Unternehmen kannten? Weil sich die Unternehmen kannten? Weil sich die Chefs unter die Geschäftsführer kannten? Und dann wurde das so eingetütet.

Okay, also das heißt aber, man hat schon auch voneinander partizipiert. Das war so die erste Form des Netzwerkgedankens, kann man sagen. Könnte man so sagen, ja. Und danach bist du dann, du hast gelernt, Verfahrenstechniker. Verfahrenstechniker, Mechaniker, genau, Kunststoffkautschuk. Bin dann nach der Ausbildung aber gewechselt in jetziges Nachbarunternehmen, großes Unternehmen. Und habe da dann sechs Jahre in der Produktion gearbeitet an der Spritzmaschine als Verfahrensmechaniker, nachher in der Messtechnik. Habe meinen Industriemeister gemacht nebenbei. Und 2013 sagte Papa so, jetzt reicht es, komm nach Hause.

Auch wirklich genau so? Das waren so ungefähr die Worte, ja. Ja, okay. Und dann hast du gestartet in dem Unternehmen als? Als Spritzerei-Leiter, genau. Wir hatten die, 2012 haben wir die zweite Halle gebaut, wo dann nur die Kunststofftechnik reingezogen ist mit einem großen Lager. Und der führende, oder der leitende Angestellte da war, der Papa war nicht mehr so zufrieden mit ihm. Ich hatte meinen Meister fertig und so, und dann. Dann hieß es, du übernimmst, okay. Und wie lange hast du das dann gemacht? Bist du dann endgültig? Bis 2020. Und von da aus dann direkt in die Geschäftsführung. Okay. Was waren oder sind für dich als Unternehmer seitdem, also wir haben ja eben das Thema Pandemie gehabt, hast gesagt, okay, Industrie schwer, ich würde das jetzt nicht nur auf dich beziehen.

Ich gehe mal davon aus, dass das allen so geht. Was sind seither die Herausforderungen für euch? Positive Zahlen zu schreiben. Die letzten Jahre waren nicht gut, gar nicht gut. Warum? Weiß ich noch nicht hundertprozentig, muss ich gestehen. Also mannigfaltig würdest du sagen. Es ist nicht so leicht zu identifizieren. Dadurch, dass wir ja auch verschiedene Bereiche haben mit Werkzeugbau, mit Kunststoffverarbeitung. Früher war es so, dass gesagt wurde, die Kunststoffverarbeitung trägt den Werkzeugbau mit. In den letzten Jahren schwankt das aber immer hin und her. Den einen Punkt zu finden, wo es dann hapert, den habe ich noch nicht gefunden.

Also da bin ich immer noch in der Analyse. Wir sind, glaube ich, auf dem richtigen Weg. Es ist aber immer noch anstrengend und noch nicht so, wie es sein sollte, wie ich es mir wünsche. Es gibt mich ja auch in der Vergangenheit in den letzten Wochen, Monaten sehr viel mit unterschiedlichen Industrieunternehmen unterhalten. Um mal so Beispiele zu nennen, das Thema Fachkräftemangel habe ich oft gehört. Dann war das Thema auch Energie. Ist das bei euch ähnlich? Würdest du sagen, okay, wir haben das gleiche Problem? Bei den anderen wüsste ich jetzt aus dem Kopf heraus, okay, das gibt ja auch Dreischichtbetriebe. Wie ist das bei euch?

Seht ihr das vielleicht als Problem? Erzähl doch mal ein bisschen darüber. Wir hatten vor ein paar Jahren Stellen, die Mitarbeiter, die in Rente gegangen sind. Die Stellen haben wir nicht neu besetzt, weil die Auftragslage das nicht hergegeben hat. Wir haben da gerade im Werkzeugbau viele Stellen abgearbeitet oder nicht neu besetzt und von der Manpower deutlich weniger geworden. Habt ihr das dann durch Automatisierungen optimieren können oder ist das einfach dann erst einmal raus? Die waren raus. Die Auftragslage hat es nicht hergegeben, sofort neue Leute da hinzusetzen. Wir sind dann mit der Manpower zurechtgekommen, wie wir dann waren.

Okay. Übrigens, ich finde das mutig. Ich finde es toll und ehrlich, dass du das so auch benennst. Das zeichnet, finde ich, auch nochmal Unternehmertum aus, ehrlich mit den Dingen umzugehen. Jetzt hast du gerade gesagt, das läuft ja nicht gut. Ich würde da nochmal etwas genauer hineingehen. Was heißt das konkret? Du hast ja eben von Kunststoff gesprochen. Du hast auf der anderen Seite das Thema Werkzeug bei. Kannst du das so untergliedern? Ist das in dem einen stärker geworden, schwächer? Wie hat sich das gehalten? Gibt es da eine Waage? Geh doch da nochmal ein bisschen drauf. Ich glaube, aktuell könnte ich im Werkzeugbau deutlich bessere Zahlen schreiben, wenn ich mehr Leute hätte.

Und die fehlen dir? Die fehlen mir. Die fehlen mir gerade. Da sind wir auf der Suche. Leider ist es aber auch so, dass die Leute wissen, was sie fordern können. Also nicht Äpfel und Bananen am Tisch. Darum geht es hier nicht. Nein, nein. Es geht da schon um Euros. Da ist es schwer, das in das vorhandene Gefüge zu integrieren, muss ich so sagen. Ein Beispiel. Wir waren uns quasi einig. Wir hatten beide Bock drauf. Also es gab jemanden, der war da und den hast du eigentlich nehmen wollen und Probearbeit gemacht. Der wäre für die Stelle super gewesen, für das, was wir davor hatten. Wir wollten, er wollte, aber er wollte einfach viel zu viel Geld haben.

Also mehr als das, was üblich bei uns ist. Da war die Entscheidung, können wir nicht, geht nicht. Obwohl es uns wahrscheinlich sehr gut getan hätte. Okay, das heißt Fachkräftemangel. Habt ihr euch mal darüber Gedanken gemacht, auch außerhalb Deutschlands zu schauen? Ob es da Menschen gibt, die eben halt diese Stellen besetzen könnten? Ich meine, das tut mir ja fast schon leid, das so zu sagen. Aber es ist ja immer, als Unternehmer muss man Entscheidungen treffen. Man will ja seinen Fortbestand sichern. Das heißt, Fortbestand funktioniert nur, indem ich A, irgendwo vernünftige Zahlen schreibe, dann investiere, um dann weiterhin vernünftige Zahlen zu schreiben, relativ einfach.

So ist es ja meistens. Aber dann den Schritt vielleicht zu gehen und zu sagen, was habe ich in der EU vielleicht noch an Möglichkeiten, dass man da vielleicht die richtigen Leute findet? Nee, das haben wir noch nicht gemacht. Okay. Wäre ja eine Option. Man kann ja schauen, was gibt es da. Klar möchte man natürlich gerne vor Ort die Menschen mit hinein ziehen. Das ist klar, weil das gehört halt so ein bisschen auch dazu. Man möchte das Umfeld fördern und fordern. Und ich glaube, WIPA führt es dafür auch bekannt, dass es auch macht. Ich finde es halt, ich bin WIPA-Führter und ich möchte auch WIPA-Führt stärken und die Leute drumherum stärken und bin halt sehr heimatverbunden.

Ja, das wäre schon cool, wenn wir da auch bleiben können und auch alle, die drumherum mit uns diesen Weg gehen. Den Weg gehen hat ja viel auch mit Tradition zu tun. Ist vielleicht auch ein interessantes Thema, als ich bei euch gewesen bin. Es ist ja, ich finde, diese Welt und dieses muss vielleicht jeder mal gemacht haben. Einfach mal ein Werk besichtigen gehen. Vielleicht kann man das bei dir auch, wenn man dich fragt. Immer gerne. Um einfach auch das Gefühl zu bekommen, wie fühlt sich das eigentlich an? Was wird da richtig geschaffen? Also da geht es ja um richtige Wertschöpfung. Da geht es ja nicht um, wir bauen mal eine schöne Seite.

Das ist ein ganz anderes Metier. Was mir besonders aufgefallen ist und das, finde ich, macht ein Industrieunternehmen aus, ist ja die Tradition und die Geschichte, die dahinter steckt. Und ich erinnere mich noch an den Moment, da bin ich dann in eine Halle gekommen und da war dann so eine Art Fertigung oder Reinigung und da habe ich dann deinen, war es Großonkel, deinen Großonkel gesehen. Und den habt ihr dann, den lasst ihr da arbeiten. Erklär mir doch mal, weil ich das so schön, ich finde das schön. Ich finde das deswegen schön und fast schon romantisch, weil es zeigt, wir lassen hier niemanden alleine. Erzähl doch mal ein bisschen darüber.

Ja, Horst mit seinen 86 Jahren kommt im Moment weniger, aber bis vor kurzem ist er täglich ins Unternehmen gekommen. Weil er es liebt. Weil er es liebt, weil es sein Baby ist. Eigene Kinder hat er nicht. Er hat sein Leben dem Unternehmen gewidmet. So muss man es einfach sagen. Und ich glaube, sein Wunsch ist auch irgendwann, dass er da umfällt und dann abgeholt wird. So muss man es einfach sagen. Und ja, er kommt, wenn es der Körper zulässt, kommt er jeden Tag und macht seine acht Stunden. Und macht, was er kann, um das Unternehmen weiter zu fördern und zu fordern. Er macht, was er kann. Es ist aber auch nicht immer einfach, weil die Denkweise, habe ich eben schon mal beschrieben, doch eine andere ist wie meine.

Und wenn ich dann mit befreundeten Unternehmern Werkzeug machen, Spritzgieß dann durchs Unternehmen gehe und wir darüber sprechen, wie können wir uns gegenseitig helfen, findet er nicht gut. Kriege ich nachher immer einen drüber, sage ich mal. Aber ja, er kommt und wir lassen ihn auch, wir binden ihn, wo es geht, mit ein. Geht natürlich nicht immer. Aber er ist immer noch da. Ich glaube, es ist schwer zu sagen oder anders gesagt nicht leicht. Es gibt die Ansicht von früher. Das ist so seine Ansicht. Gründer, richtig. Und auf der anderen Seite deine junge, dynamische Ansicht. Du sagst ja auch Netzwerk. Ich glaube, das war eines der Themen, die du auch gerne noch mitnehmen möchtest.

Kann man das verbinden? Lässt sich sagen, okay, das eine ist gut und das andere ist gut und man zieht, wenn man das wie zwei Kreise übereinanderlegen würde und da wäre nur ein ganz kleiner Teil, der überlappt, kann man sagen, das kann man aus dem Alten auch mitnehmen? Weil ich komme deswegen drauf, weil ich halt auch in der letzten Zeit oft sehe, das Alte kann weg, kann gern was Neues kommen und dann ist das Alte irrelevant. Geh also nach dem Motto, geh weg, brauchst du nicht. Also ich empfinde es als falsch. Ich glaube, man kann aus allem was mitnehmen. Wie siehst du das und lässt sich das hier in dem industriellen Thema vereinbaren?

Ich glaube, das Alte einfach wegzuschließen, wäre auch falsch, weil Erfahrung ist einfach da. Ich nutze auch die Erfahrung von Horst oder auch von meinem Dad. Wenn ich irgendwas zu entscheiden habe, was mir schwer fällt, dann hole ich mir da auch Infos und Erfahrungen und Meinungen von den Zweien einfach ein, um die Entscheidung zu finden. Aber man muss auch umdenken, weil die Welt einfach ein anderes wie noch vor ein paar Jahren und da einfach die Denkweise ja nicht mehr up-to-date ist, sag ich mal, wie es früher war. Ganz ausschließen geht nicht, aber schon zum großen Teil sollte man sich der aktuellen Situation auch stellen und dem anpassen.

Jetzt hast du gerade gesagt, die Welt verändert sich. Wir haben ja glaube ich in den letzten, was ist es, ich glaube einem Jahr, ich hatte vor ein paar Tagen noch einen Vortrag tatsächlich drüber, dass künstliche Intelligenz ja so exponentiell gewachsen ist. Wie geht ihr bei Horst Keller mit dem Thema um? Was macht ihr da gerade im Industriebereich? Also ich für mich nutze viel Chatschipiti für Analysen, für auch mal Formulierungen, für Ideensammlungen. Viel mehr noch nicht. Wir haben uns ja hier letztens kennengelernt beim BVMW, bei dem Vortrag, wo es auch um Agenten ging, ein Stück weit. Der nächste Termin beim BVMW war ja auch noch mal darauf nicht aufbauend, aber ging auch um KI und Agenten und talala.

Da ist vieles möglich und dem müssen wir uns auch noch mehr widmen, weil dadurch einfach auch, ich glaube Mitarbeiterstunden gespart werden können, die dann wieder andersrum, irgendwo anders eingesetzt werden können. Aber machen wir noch nicht viel. Okay, jetzt hast du gerade gesagt gespart. Also Unternehmen sparen, das ist glaube ich weltweit auch gerade so bei vielen Menschen, die sich noch nicht so tief mit dem Thema KI beschäftigen, natürlich ein Aufschrei. Wir haben es in den Filmen gesehen, Terminator und Co. Alle haben Angst vor dem Krieg mit dem Roboter. Dann hast du eben halt viele sehr native Menschen, die sagen, guck mal, das kann einige positive Effekte mit sich bringen.

Wir dürfen uns vielleicht auch wieder mehr darüber Gedanken machen, wer wir Menschen sind. Der Einstellung bin ich zum Beispiel. Wie siehst du das? KI wird uns nicht komplett übernehmen oder die Arbeiten, die wir machen, nicht komplett übernehmen können. Ja, gerade im Industriebereich sieht man es ja. Also die Maschine muss ja immer noch bedient werden. Das kann eine KI nicht. Aber es gibt mit Sicherheit Aufgaben, die eine KI schneller, effizienter machen kann, sag ich mal. Wo wir als Menschen uns dann wieder wirklich dem widmen können, was wertschöpfend ist. Und wie gehst du in dem Unternehmen damit um? Also jetzt komme ich mal um die Ecke mit so einem humaldoiden Roboter.

Du sagst jetzt, du brauchst jetzt diese Fachkraft. Thema von eben. Und jetzt sagt diese Fachkraft, jetzt findest du die natürlich nicht, vielleicht auch im Ausland nicht und auch meinetwegen über der EU hinaus nicht. Und jetzt sagst du, okay, pass auf, es gibt diese humanoiden Roboter. Die gibt es ja wirklich. Und wir lernen den jetzt an. Wir bringen ihm bei, dass er das und das macht. Das habe ich bei anderen Unternehmen auch schon mal angedeutet und auch mal nachgefragt. Wie würde die Belegschaft, glaubst du, damit umgehen? Hätten die mehr Angst davor, weil es eben so neu ist und weil der nicht essen, nicht schlafen muss und eigentlich auch kein Gehalt braucht?

Oder was glaubst du, wie deine Belegschaft damit umgeht? Und wie würdest du vor allen Dingen deine Belegschaft schulen, wenn du die Chance hättest? Das würde mich mal interessieren. Weil wenn schon KI, dann wäre das doch eine Möglichkeit. Ja, ich bin noch nicht davon überzeugt, dass im Werkzeugbau, wirklich im handwerklichen Bereich und auch sogar in der Kunststoffverarbeitung an der Spritzmaschine, wir da Roboter einsetzen können. Ja, gegenwärtig mit Sicherheit nicht, da bleibt der Mensch einfach super wichtig, weil das alles so zu filigran ist. Man muss gucken, man muss miteinander sprechen. Ich glaube nicht, dass wir da Roboter einsetzen können, auch in nächster Zeit nicht.

Und von daher glaube ich auch, dass meine Jungs und Mädels da ähnlich gestrickt sind und sagen, sehen wir hier nicht, haben wir kein Problem mit. Okay, und jetzt bist du der Erfahrene auf dem Weg von der Maschine hin zum nächsten Punkt. Es gibt ja auch immer wieder bestimmt Prozesse dazwischen, die immer gleich sind, wo man sagt, okay, das könnte doch vielleicht übernommen werden. Mal angenommen, also wir reden jetzt hier von Dingen, die noch nicht sind, das ist schon klar. Mir geht es darum, herauszukitzeln, glaubst du, dass die Menschen damit klarkämen, wenn da jemand wäre, der sie unterstützt, ohne Angst davor, dass sie ersetzt werden.

Wenn gute Kommunikation stattfindet vorher und die Leute es sehen und mitgenommen werden, dass sie auch trotzdem gebraucht werden für dann andere Dinge, dann glaube ich, haben die da kein Problem mit. Okay, wie würdest du das angehen im Unternehmen? Schwer zu sagen. Vorstellen, ausprobieren, Leute mitnehmen, Erfahrungen sammeln. Ich glaube, so wäre der Weg. Einfach zu sagen, ja, wir machen das, wir versuchen das, wäre glaube ich falsch. Auf dem Weg dahin mitnehmen, das haben wir vor, was haltet ihr davon, sollen wir das mal testen? So glaube ich, würde ich es eher versuchen. Okay, aber jetzt Gegenbeispiel, gar nicht mit KI, wäre gar nicht der Fall?

Oder würdest du es verteufeln? Nein, das nicht. Sie ist schon auch sinnvoll, hier und da. Sie macht es einfacher, manche Sachen einfacher. Jetzt hast du ja gerade auch über das Thema früher gesprochen und heute ist die Situation ja ein bisschen verändert. Es ist zum Beispiel auch China, was eben halt auf den deutschen Markt drängt, an ganz, ganz vielen Stellen. Wie geht ihr als Werkzeugmacher damit um? Für den deutschen Werkzeugbau ist es im Moment schwierig. Durch den asiatischen Markt, durch China, sind die Preise im Neubauprojekt, im Projektgeschäft einfach kaputt. Die Qualität, die von drüben rüberkommt, die Zeit, die die brauchen für ein Werkzeug zu bauen, das ist gut, muss man einfach so sagen.

Da tun wir deutschen Werkzeugmacher uns, glaube ich, gerade echt schwer. Wir haben vielleicht noch den Vorteil, wir haben eine Kunststoffverarbeitung dabei, wir können also auch mustern, wir haben noch eine Messtechnik dabei, wir können auch Teile direkt messen. Das haben viele Werkzeugmacher so nicht. Aber trotzdem, auch für uns ist es schwer und ich glaube einfach, dass wir da nur partnerschaftlich und gemeinschaftlich rauskommen aus dieser Krise gegen China, gegen Asien. Ja gut, gegen China kann man da schlecht arbeiten, aber man kann halt sagen, gemeinschaftlich muss man stark sein. Und was wünschst du dir da?

Also wenn du jetzt, heute hättest du die Möglichkeit, dir was zu wünschen, was vielleicht in Erfüllung ginge, was wäre da dein Wunsch an Deutschland oder auch an die Werkzeugmacher, an ein Netzwerk? Dass wir da noch offener und noch partnerschaftlicher miteinander umgehen. Nicht mehr Türen und Tore zu, hier kommt keiner rein, sondern wirklich offen. Jeder kann vielleicht was, was der andere gerade nicht kann, aber braucht. Und sich untereinander helfen, auch mal über das Budget zu sprechen, was kann ich dafür ausgeben für das Werkzeug, was brauche ich dafür wirklich? Und dass man dann partnerschaftlich, gemeinschaftlich nach vorne kommt.

Das würde ich mir wünschen. Pass auf, eigentlich finde ich das hier schon ein total tolles Gespräch. Zum Abschluss eines jeden Gespräches ist es so, dass ich sehr viel auch über den Mensch herausfinden will. Jetzt hast du am Anfang schon sehr viel gesagt. Ich möchte dir trotzdem noch zum Abschluss eine Frage stellen, die darfst du auch etwas mehr ausführen. Wer bist du ohne Titel und ohne Namen? Lass dir Zeit. Ja, wer bin ich ohne Titel, ohne Namen? Ich glaube, ich bin ein sehr, sehr positiv eingestellter Mensch. Der liebt, was er tut. Der vielleicht nicht immer das richtige Ziel im Blick hat, aber trotzdem immer auf irgendeine Art und Weise auf dem richtigen Weg ist und versucht, die Leute auf diesen Weg mitzunehmen.

Wenn es um das Unternehmen geht, um das Unternehmen jetzt gerade retten geht, versuchen, mit positiver Einstellung, mit Kraft voranzugehen, um die Leute mitzunehmen. So sehe ich mich zumindest. Wahnsinn. Also ich weiß, dass das berührt. Das ist auch Absicht, weil ich glaube, dass es viel wichtiger ist, dass wir in dieser Situation, in der wir alle irgendwo stecken, ich glaube, das ist der größte epochale Wandel. Nochmal das Thema KI. Da hatten wir irgendwann mal die Dampfmaschine vor vielen, vielen Jahrhunderten gefühlt. Vor meiner Zeit halt. So wie viele Generationen? Drei, vier, fünf Generationen weg. Und jetzt stehen wir wieder vor was Neuem und du bist derjenige, der hier vor mir sitzt und sagt, ich bin ganz ehrlich, so sieht es aus.

Und dann kommt jemand wie ich daher und stellt dir diese Frage, das macht was mit einem, aber das soll sie auch. Sie soll es auch, weil ich glaube, wenn man sozusagen der Baum im Sturm sein muss und auch standhaft bleiben muss, dann ist es noch viel wichtiger, sich mit sich selber zu beschäftigen und zu wissen, wo man hingehört. Ich finde, das hast du gut beantwortet. Es riecht auch echt zum Nachdenken an. Auch im Vorfeld auf den Termin heute war schon sehr viel Gedanken gemacht. Schon viele Gedanken gemacht. Was können da für Fragen kommen? Wie reagierst du darauf? Und auch in den letzten Tagen viel gesprochen und einfach auch Gedanken gemacht.

Wer bin ich auch? Schon. Wenn dann so eine Frage kommt. Es ist wirklich schwierig, so zu beschreiben. Vielleicht bin ich manchmal zu nachdenklich auch. Finde ich nicht die schlechte Eigenschaft. Es ist ja Reflexion. Reflexion bedeutet, wir denken immer über unsere Handlung nach, ob wir sie jetzt schon gemacht haben oder ob wir sie noch machen werden. Es ist immerhin besser, wie einfach nur zu handeln. Andererseits manchmal ist auch die Handlung gut. Kann man Fehler machen, aber Fehler gehören normal dazu. Manchmal sollte man, sollte ich vielleicht nicht zu viel nachdenken, sondern auch nochmal eher was Dreck machen.

Manchmal. Zum Beispiel diesen Podcast. Okay, Bastian. Ich danke dir, dass du heute bei dieser Folge erschienen bist, dabei bist. Letztendlich das war es. Dankeschön. Danke auch. Super.

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