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Folge 05

KI-Angst: Ist sowas real oder nicht? Was Menschen & Unternehmen wissen müssen

Zu Gast: Sandro Kreten, Capacura Service GmbH 18.08.2026 43 Minuten

Ist die Angst vor Künstlicher Intelligenz berechtigt – oder stehen wir uns damit selbst im Weg? In dieser Folge von TRIEBWERK spreche ich mit Dr. rer. nat. Sandro Kreten über eine der wichtigsten Fragen unserer Zeit: Ist KI eine reale Bedrohung oder vor allem ein Spiegel unserer Unsicherheit gegenüber Veränderung? Wir sprechen darüber, warum Innovation immer Widerstand auslöst, weshalb Lernen zur wichtigsten Fähigkeit der Zukunft wird und wie Unternehmen den Wandel aktiv gestalten können, statt ihn zu fürchten.

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Zu Gast in dieser Folge

Sandro Kreten

CEO · Capacura Service GmbH

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Herzlich willkommen in dieser Podcast-Ausgabe des Triebwerks. Heute habe ich jemand ganz besonderen zu Gast. Das ist Sandro Kreten, Dr. Sandro Kreten. Ihn kenne ich jetzt schon seit mehreren Jahren. Sandro, schön, dass du es geschafft hast in unserer Triebwerkausgabe, in unserer Episode. Erzähl doch mal ein bisschen über dich, wer du bist, was du machst. The stage is yours. Freut mich erst mal dabei zu sein, David. Danke für die Einladung. Ja, wer bin ich? Ist immer ganz komisch zu erklären. Ich bin aktuell Geschäftsführer der Capacora Service GmbH. Wir bringen Dienstleistungen für Privatinvestoren im Startup-Umfeld.

Heißt also, wer in Startups investieren möchte und nicht das notwendige Kapital für eine normale Startup Investition bringt, der ist bei uns tatsächlich genau richtig. Aber natürlich auch diejenigen, die das notwendige Kapital mitbringen. Weil wir erlauben, dass ab 100 Euro monatlich beziehungsweise 1000 Euro einmalig direkt in ein ganzes Portfolio zu investieren. Und wie ich da hingekommen bin, ist ein Weg, den hätte ich so auch nie mehr ausmalen können. Weil eigentlich, ob ich Mathe und Informatik studiert wollte, eigentlich in die Schule gehen nach meinem Zivildienst. Und dann hat mir Informatik so Spaß gemacht.

Dann dachte ich mir, ach komm, bleibst du an der Uni, machst einen Doktor. Weil ich mich einfach dafür interessiert habe. Mir war das zu wenig in der Oberstufe, dann die Themen mal gerade anzukratzen, die spannend sind. Deswegen habe ich mich sehr ab 2015 auf den Cloud-Bereich fokussiert. Natürlich fing da auch schon KI an. Das war auch schon damals ein Thema. Aber im Endeffekt ging es mir vor allen Dingen um Skalierbarkeit. Das fand ich super spannend in der Kombination mit Energie- und Ressourceneffizienz. Man muss natürlich auch gucken, dass da alles perfekt läuft und dass man nicht die Welt dafür ausgeben muss.

Das wäre natürlich auch schön. Und über Umwege bin ich dann zu Capacura und zum Dr. Ingo Dahm gekommen, der hier im Prinzip eine Neugründung gemacht hat damals. Ich habe dann gemeinsam mit dem das Unternehmen so aufgebaut, wie es jetzt da steht. Wir sind jetzt in fast 50 Startups investiert. Bereiche sind eher Gesundheit, Bildung und Umwelt. Beziehungsweise der Digitalansatz ist sehr hoch. Das heißt, die meisten unserer Startups haben eine Digitalkomponente. An der Stelle auch noch mal wichtig zu erwähnen, wir haben bereits seit 2019 mit KI daran gearbeitet, den Bewertungsprozess, aber auch den Investitionsprozess zu beschleunigen und damit auch kostengünstiger zu gestalten, sodass wir diese Dienstleistungen, wie wir sie anbieten, überhaupt anbieten können.

Da möchte ich ganz kurz rein. Bei meinen Gästen unterbreche ich einfach nur, damit ich auch in den Dialog reinkomme. Das erlaube ich mir jetzt hier bei dir natürlich auch. Also nimm das als Challenge an. Sandro, du hast eben gesagt, du hast in Mathematik studiert oder bist auch in die Informatik reingegangen. Da hast du gesagt, da will ich noch tiefer reingehen. Damals gab es dann schon KI. Was ist damals? Was heißt KI? Vielleicht bringst du das unseren Gästen, unserem Zuhörern ganz kurz näher. KI oder der Ansatz, das ist ja jetzt auch schon über zehn Jahre her. Womit es damals angefangen hat, also Machine Learning und weitergehend, das gibt es ja schon viel, viel länger.

Also die Konzepte, die gibt es ja schon seit den 60er Jahren. Aber da fing das an, dass wir mal an der Uni gesagt haben, hey cool, lass uns doch mal was machen. Lass uns mal Machine Learning ausprobieren. Hatten sie das damals in der Uni schon gesagt, dass das schon seit den 60er Jahren da ist? Alan Turing ist ja einer der Mitbegründer. Nee, tatsächlich. Ich habe persönlich in der Uni nichts über KI erfahren. Also ich hatte keine Veranstaltung. Ich hatte zwar eine Veranstaltung, die hat das angekratzt, aber nicht so wie es heute ist. Hat dann halt Wissensmanagement gemacht. Da wird man schon über Konzepte aufgeklärt.

So ist das jetzt nicht. Aber die ersten Sachen habe ich in meiner Assistenzzeit an der Uni gemacht. Also wo wir einfach gesagt haben, wir probieren jetzt Sachen aus. Also das sind dann halt auch immer die Sachen. Glücklicherweise, da ich den Ingo schon während meiner Doktorarbeit kennengelernt habe, der hat super Kontakte gehabt nach Taiwan zur National Taiwan University of Technology. Die haben einen ganz interessanten KI-Studiengang. Und da konnte ich da mit Studenten zusammenarbeiten, die so die ersten Plätze halt dann auch mal trainiert haben, wo wir versucht haben, wirklich eine KI aufzubauen, die Startups bewertet.

Nach Erfolgsgrad. Das ist kolossal gescheitert am Anfang, weil wir einfach den Datensatz noch nicht hatten. Und dann mussten wir erst mal Daten sammeln. Aber die ersten Schritte waren da halt auch erst mal, ja, probieren, testen, machen. Genau. Das ist halt jetzt wirklich schon über zehn Jahre her. Also bevor wir das, was wir jetzt gebaut haben, dann auch gebaut haben. Ja, das heißt also KI war für dich damals in den Anfängen etwas noch Ungreifbares. Wenn du das vor zehn Jahren, also ich meine Erinnerungen. Wir hatten vor zwei Jahren das Gefühl, CGPT Open AI ist da. Und dann irgendwann plötzlich hat sich das ja so sehr nach oben katapultiert in die Medien.

Und was viele vielleicht gar nicht wissen, auch natürlich an verschiedenen anderen Stellen in der Politik, in den Staaten. Also speziell in den USA erinnere ich mich an die Gespräche zwischen Militär und Politik. Wie weit stehen wir denn jetzt? Ja, wir sind momentan in der Situation, dass ein AGI da ist. Also etwas, was größer ist, als wir es uns vorstellen können. Wenn du so jetzt diese letzten zehn Jahre Revue passieren lässt, wie findest du diese Entwicklung? Was macht das mit dir? Und vor allen Dingen würdest du sagen, ich erinnere an einen Podcastgast, der mal gesagt hat, KI ist ja eigentlich erst einmal doof.

Also nicht im Sinne von, sie gefällt uns nicht, sondern sie ist wirklich unintelligent. Sie muss trainiert werden. Was macht das mit mir? Die Entwicklung ist halt schon schnell. Ich finde vor allen Dingen in den letzten anderthalb Jahren, finde ich es ganz extrem, oder anderthalb, zwei Jahren, einfach daran auch gemerkt, dass jeder das benutzt. Vorher hast du halt in diesem Hochschulkontext oder vielleicht auch im unternehmerischen Kontext, in den ich damals noch nicht eingepflickt habe, hast du halt damit gearbeitet. Da war das so ein Testen, mal probieren, was kann man machen. Ich kann mich noch erinnern, die ersten Bachelorarbeiten, die ich da mit betreut hatte, Bachelor und Masterarbeiten, da ging es so in die Richtung Fraud Detection, wo du dann natürlich auch aus dem Bereich kommst, Recommender Engines und so weiter und so fort.

Ist ja schon ein ähnlicher Bereich, auch eher ein mathematischer Bereich, die wir dann mit betreut haben. Da dachte ich, okay, cool, macht total Sinn. Und dann diese Entwicklung aber in den letzten Jahren, die ist natürlich schon schnell. Macht die einem jetzt Angst oder wie will man das auch bezeichnen? Ich finde, die ist schon flott. Die ist auch an manchen Stellen vielleicht zu schnell. Kann man auf jeden Fall darüber diskutieren, aber ich sehe die doch auch durchaus als Erfolg. Wir merken es selbst bei uns im Unternehmen, dass wir gewisse Dinge einfach mit einem kleinen Team sehr viel schneller hinbekommen. Und diesen Vorteil zu nutzen, der ist halt auch wichtig.

Und deswegen sehe ich das auch positiv. Aber es bringt halt Herausforderungen mit sich, auch für uns ganz klar. Herausforderung ist wahrscheinlich, ich muss mich damit beschäftigen. Ich muss verstehen, wie KI funktioniert. Ich muss vielleicht Datenschutzkonformität einhalten. Ganz große Themen ist ja KI-Führerschein, worüber man diskutiert. Wobei ich finde, da diskutieren die falschen Stellen über einen KI-Führerschein. Das sind eigentlich so grundsätzliche Dinge. Schick deine Daten, deine persönlichen Daten eben nicht, was Chat fällt, an die KI-Modelle, sonst wissen sie darüber Bescheid. Okay, das ist immer so ein bisschen diese Grundsorge.

Aber du sagst, generell ist KI erst einmal ein Werkzeug und etwas Gutes. Das höre ich. Ich sehe das als Werkzeug, absolut. Ich sehe das auch nicht als allmächtiges Werkzeug. Ich bin auch eher vorsichtig, wann ich es und wie ich es einsetze. Für mich ist ganz klar, ich analysiere erst mal meinen Prozess, schaue mir an, wo kann ich sehr sinnvoll einsetzen, wo macht sie auch keinen Fehler, wo kann ich mir gewisse Freiheiten geben und nach der Analyse, dann setze ich es um. Das wirkt nach außen hin manchmal. Wir haben auch sehr junge Leute im Unternehmen, die sind natürlich, die verfolgen die Entwicklung. Die sagen dann ja manchmal, warum machen wir das denen jetzt nicht einfach?

Naja, es gibt regulatorische Voraussetzungen, es gibt den Datenschutz, dann gibt es halt auch Unsicherheiten. Das muss man den Leuten dann auch erklären, damit sie entsprechend diese Entwicklung dann auch so betrachten, wie sie halt eben ist. Okay, ich muss das mit Vorsicht betrachten und Vorsicht in dem Sinne halt auch in einem unternehmerischen Kontext, dass halt eben kein Mist passiert, weil am Ende trage ich die Verantwortung dafür, wenn da irgendwas passiert. Das muss man den Leuten dann auch klar machen. Wenn sie dann manchmal das Gefühl haben, ja warum machen wir nicht das, warum machen wir nicht das, warum machen wir nicht die nächste Entwicklung auch noch direkt mit.

Das ist auch eine Herausforderung, die damit einhergeht. Siehst du denn, dass auch gesellschaftlich oder eben halt auch auf Unternehmensseite die Sache intensiv eingesetzt wird? Hast du da eine Betrachtung zu? Hast du da eine Perspektive zu? Also was ich meine, ist der Mittelstand, die Unternehmen, siehst du, dass sie das vermehrt einsetzen oder siehst du eher diese höchste Vorsicht und Angst davor, weil das ja doch ein epochaler Wandel ist, in dem wir gerade stecken. Wie betrachtest du die Situation? Ich finde nämlich, und aus beidem, es kommt immer ganz auf die Größe an. Ich habe das Gefühl, bei Unternehmen, die wirklich klein sind, also kleinst und klein Unternehmen bis zu einer gewissen Anzahl an Menschen, die sind ein bisschen offener an der Stelle, weil sie natürlich massiv beschleunigt.

Wenn ich vorher zwei Leute war, dann kann ich jetzt daraus fast vier machen, wenn ich gewisse Dinge einfach für mich selbst automatisiere und das kann. Und wenn ich jetzt vorher vielleicht niemanden hatte, der in der IT tätig ist, mir das immer extern einkaufen musste, dann bin ich natürlich auch bis zu einem gewissen Punkt, bin ich definitiv schneller. Wenn ich mir eine entsprechende Infrastruktur dafür aufbaue, sodass ich das auch machen kann. Versteht die Regulatorik auch wieder, gerade bei großen Unternehmen im Wege? Kann auch sein. Wenn man größere Unternehmen sieht, die haben natürlich dann auch noch eine Rechtsabteilung, dann sieht die Kiste natürlich noch mal ein bisschen anders aus.

Da sind die Wege vielleicht auch nicht so kurz. Auch hier muss man natürlich sagen, wenn man in einem Unternehmen mit 100.000 Leuten ist, dann muss es ja quasi schon eine Richtlinie geben, was setzen wir ein und wie setzen wir es ein. Und dann muss man natürlich auch darüber diskutieren, bei derart großen Unternehmen, was hat das für eine Auswirkung auf das Personal. Weil Einführung von Software, auch vor KI, hat immer auch Ängste mit sich gebracht bei Leuten. Und das hat sich ja mit geändert. Es ist ja sogar die Sorge davor, bei vielen Mitarbeitenden, ich berate ja auch selbst in dem Bereich, aber bei vielen Mitarbeitenden sehe ich dann die Sorge davor, dass sie selbst irgendwann nicht mehr gebraucht werden.

Wie siehst du das? Diese Angst ist da, definitiv. Ist sie denn auch eher? Das ist eine gute Frage. Also ich glaube, bis zu einem gewissen Punkt ja, ganz klar. Weil es gibt einfach gewisse Bereiche, die sehr mechanisch sind, die man vorher aber auch durch Personen abgebildet hat, die jetzt sehr viel schneller einfach auch digitalisiert werden können. Bedingt einfach dadurch, dass wir qualitativ gute Texte auch rauskriegen, dass wir Dokumente bearbeiten können, viel einfacher als das vorher der Fall war. Ja, die Angst ist durchaus begründet. Mit der muss man sich auseinandersetzen. Und die Frage ist natürlich, was man als Unternehmen dagegen tut, gegen diese Angst.

Wir haben ja verschiedene Mittel, dass wir Leute umschulen können. Also das ist natürlich auch nochmal die Aufgabe dann der Unternehmen selbst, dieser Angst vielleicht entgegenzuwirken, die Leute entsprechend zu schulen. Und dann ist die Frage, wenn wir an einer Stelle ein bisschen schneller sind, vielleicht können wir an anderer Stelle auch wieder Personal gebrauchen, um andere Dinge voranzutreiben. Das glaube ich nämlich auch, weil eigentlich ist der Mensch ja nicht dazu da, fünf Tage die Woche zu zwölf Stunden zu arbeiten, wie so manche Politiker der Meinung sind, sondern sie sind eigentlich Schöpfer, Wertschöpfer.

Ja, also ich habe die Situation gehabt, wir sind mal im Urlaub gewesen auf der Insel Nisyros, die ist eigentlich sehr schön, ist eine griechische Insel, sind mit dem Piratenschiff da hingefahren. Also das war damals so eine Aktion, mit Kindern fährst du da hin und dann steigst du in dieser Caldera ab und gelangst dann zur Mitte dieses Vulkans. Und außen herum, das fand ich ganz interessant, waren wirklich sehr große Steine gesetzt. Also es hatte so einen sehr monolithischen Eindruck auf mich. Es war gigantisch groß, es waren irgendwie viele Steine. Und dass du die so ansetzt, um zum Beispiel eine Caldera abzustützen und obendrauf kleine Dörfer zu bauen, was in Nisyros an zwei, drei Stellen der Fall ist, da gehört ja nun einfach etwas dazu.

Nämlich ich erzeuge einen Wert, nämlich A, nehmen wir in diesem Beispiel dieses Dorf obendrauf zu setzen, was wirklich sehr schön gelegen war, mit einer unfassbar schönen Aussicht. Aber es natürlich auch dann abzustützen, weil ich weiß, sowas kann einbrechen. Das ist eben halt immer noch Natur und eben halt gigantisch groß, größer als wir vielleicht denken. Und dann erzeuge ich einen Wert, indem ich etwas abstütze. Ganz kleines Beispiel, das ging mir tatsächlich total, so simpel diese Geschichte ist, durch den Kopf. Und da denke ich dann, naja, wir Menschen sind ja damals schon zu vielen großen Dingen bestimmt gewesen, aber bestimmt nicht zur Akkordarbeit.

Ich meine, das kann zum Beispiel in der Industrie auch passieren, dass Menschen an der Stelle, wo sie vorher gebraucht worden sind, um zwei Teile zusammenzustecken, eben halt durch die KI, was ja zum Teil auch schon in Dunkelhallen in China, bei der Autoproduktion, beim maschinellen Zusammenstecken von Dingen der Fall ist. Es gibt ja diese Dunkelindustrien, da brauchst du nicht mal mehr Licht, sondern das macht die KI alleine, die kann das durch Daten. Dann, wo der Mensch dann eben halt sagt, okay, jetzt müssen wir uns andere Aufgaben suchen. Zum Beispiel eben wieder wertschöpfende Arbeit, was eine KI nicht kann.

Das bringt ja eine sehr gesellschaftliche Frage auch mit sich. Was für Tipps würdest du diesen Menschen da draußen denn geben, wenn sie Resilienz entwickeln müssten, gegen zum Beispiel das, was da auf uns zukommt? Ich habe gleich auch dazu noch eine Anschlussfrage. Das ist auch schwer, weil der Resilienzaufbau, der ist auch mit Eigeninitiative verbunden. Es gibt Leute, die sind vielleicht auch dann an der Stelle nicht bereit, was ich aber sehr gut nachvollziehen kann. Ab einem gewissen Punkt bist du an der Stelle vielleicht auch einfach nicht mehr bereit, diese Arbeit zu investieren und musst es vielleicht aber auch nicht mehr.

Zum Beispiel, weil du aus dem Berufsalltag rausgehst und dir sagst, ich brauche das für mich nicht mehr, ist ja auch vollkommen okay. Nur auf sie hat das natürlich auch einen Einfluss, wenn du jetzt beispielsweise bei deinem Kfz-Anbieter oder wo auch immer, wo du ein Auto mietest, nur noch mit dem Chatbot sprichst, ist für Leute halt auch eine Umgewöhnung. Aber ist das schön, wenn ich mit dem Chatbot sprechen muss? Für die Leute ist es nicht schön. Für eine andere Person kann es vielleicht viel effizienter sein, weil sie sagt, da muss ich da jetzt nicht hin anrufen, weil anrufen ist für mich selbst immer eine Qual oder was auch immer.

Solange ich gute Antworten bekomme und zum Ziel komme, ist das ja für einige dann auch okay. Ich glaube, das Angebot, damit Leute Resilienz aufbauen können, ist halt schlecht. Und das muss man halt aufbauen. Das ist gerade in der Schule schlecht. Das muss sich halt ändern. Das ist halt einfach so. Weiß ja auch jeder, wenn du Übungsblätter gibst und die sind immer zu 100 Prozent richtig gelöst, weil halt du selbst die Arbeit nicht mehr machst, dann ist irgendwie klar, dass man die Art und Weise ändern muss. Aber ja, wo schulen wir denn die Leute? Das habe ich letztens gehört. Ich habe einen Podcast gehört und da ging es um die Einführung des Heimcomputers.

Ende 70er, Anfang der 80er. Da dachte ich mir auch, das war ja für die Leute genau dasselbe. Die dachten nicht, was brauche ich diese Maschine daheim? Absolute Überforderung. Erstens, was will ich damit? Zweitens, nimmt die mir den Arbeitsplatz vielleicht mal weg? Das ist ja durchaus auch passiert. Und dann soll die zu mir nach Hause kommen. Ich glaube, in Amerika gab es diese Computerphobia. Und was macht man dagegen? Man macht mal Lehrprogramme oder Ähnliches. Muss ich tatsächlich sagen, habe ich dann auch über den einzigen Heimcomputer in der DDR, den Podcast gehört. Die hatten im Fernsehen und im Radio Lernprogramme dazu.

Fand ich total spannend. Ich kann mich nicht erinnern, mal über Computer irgendwie ein Lernprogramm im Fernsehen gesehen zu haben. Es fand ich irgendwie spannend, dass es sowas gab. In Amerika dann auch. Ich war da noch nicht geboren. Ich kann mich entsprechend nicht daran erinnern, aber das allein zu erfahren. Vielleicht ist es tatsächlich der Fall, dass man wieder Lehrangebote für alle zur Verfügung stellen muss, damit sie einfach an der Stelle mitgehen und diese Angst vielleicht nicht haben. Aber Lehrangebote, finde ich gut, dass du es sagst. Das bringt mich auf einen anderen Gedanken. Ich sehe zum Beispiel, dass wir politisch diesen Wandel haben.

Wir hatten die Situation, die eigentlich nicht so schlecht war vor 15 Jahren, hinzu. Es hat sich in die richtige Richtung entwickelt. Jetzt hast du eine Politik, die aber in meiner Hinsicht zu wenig für KI tut. Also klar, es gibt ja Forschungsgelder, es gibt Möglichkeiten. Das wissen wir ja beide. Im Grunde fehlt aber tatsächlich dieser Aufbruch, diese Stimmung. Guck mal, da ist was Neues. Wir können jetzt was Richtiges daraus bauen. Agist-KI war ja eine Riesen-Nummer, ist ja irgendwie weg, unrelevant geworden, weil irgendein Politiker da rein investiert hat. Das hätte nicht gedurft. Ich weiß es nicht. Ich will keine falschen Informationen hier streuen, aber das war so das, was mir noch im Kopf geblieben ist.

Ansonsten hörst du da gar nichts. Ich glaube einfach, weil sie selber nicht wissen, wie geht man denn mit KI um. Dann hast du im Umkehrschluss natürlich, wenn ich nach Amerika schaue und das total neutral betrachte, Elon Musk, der tatsächlich in verschiedenen Podcasts, ich höre da auch einige von, zum Beispiel The Diary of a CEO, wo dann gesagt wird, KI wird künftig so viel Veränderung mit sich bringen, dass wir darüber nachdenken müssen, Elon Musk erwähnte es als ultra high income, also dass Menschen dann zukünftig Geld fürs Sein bekommen, also fürs wirkliche Sein, aber tatsächlich nichts tun müssen. Es gab diese Tests ja auch damals mit dem Grundeinkommen in den nordischen Ländern.

Und jetzt kommt es nämlich, die landläufige Meinung hatte ich jetzt am Wochenende noch. Wir saßen mit Freunden zusammen, KI ist schon wieder auf dem Rückzug, kann man eh nicht gebrauchen. Da weiß man ja, also da hat man ja als Deutscher kein Pack an. Man weiß ja nicht so wirklich, wenn man an viele Stellen einfach mal hineinhorcht, jetzt zum Beispiel in meinem Fall Amerika, die Situation, die wir in Deutschland haben, das was die Menschen sagen, das was es nun mal wirklich ist, das ist der Status, den du und ich ja irgendwie auch haben, wobei ich mich nicht erhebe, ich bin auch immer noch lernen, eine KI lernt schneller.

Seltsame Situation, wie ich finde. Absolut, aber das was du sagst, man kann das noch gar nicht greifen, das passiert ja bei anderen Leuten genauso, auch bei mir. Wenn ich mich jeden Tag, oder wenn ich die Zeit hätte, mich jeden Tag zu informieren, dann könnte ich dem Trend immer mitgehen. Habe ich aber auch nicht. Ich muss ja auch noch andere Sachen machen. Das ist natürlich die Frage, aber wer ist das nicht wert? Ich kann es dir nicht sagen. Die anderen Sachen müssen trotzdem gemacht werden. Und wenn jetzt jemand zum Beispiel so ein Lernangebot aufstellen müsste, dann stellt er das heute auf, dann ist das übermorgen veraltet.

Das ist natürlich auch immer so eine Sache. Was man ja früher gemacht hat, nehmen wir mal den Unternehmenskontext, vielleicht ist es auch tatsächlich das. Vielleicht ist es auch nur dieses Schaffen von Awareness. Du machst ja ein Unternehmen Cyber Security Awareness Kampagnen, damit die Leute geschult sind, dass sie nicht auf die Phishing Mail klicken. Vielleicht ist es tatsächlich das. Vielleicht ist es in erster Linie auch erstmal Awareness, um dann Schritt für Schritt da rein zu gehen. Aber das verlangsamt auch die Einführung von solchen Tools in Unternehmen, zwangsweise. Aber vielleicht ist es auch gesund, es zu verlangsamen, damit die Leute überhaupt mitkommen.

Damit du nicht alle verlierst. Und so könntest du auch, wir hatten ja am Anfang dieses Thema von Angst, Personalangst. Vielleicht könntest du das damit auch verringern, indem du die Leute wirklich versuchst mitzuholen. Der eine wird es schneller bekommen als der andere. Das ist auch okay. Und dann muss man sich halt irgendwann als Unternehmen natürlich die Entscheidung treffen, die es nicht so schnell mitbekommt. Gibt man denen andere Möglichkeiten? Da hat man ja verschiedene Vorgehensweisen, die man nutzen kann. Aber versuchen die Leute erstmal mitzuholen, wäre ganz schön. Ja, da sagst du was wirklich Gutes, mitnehmen.

Heißt aber ja auch, wenn ich jetzt mal so in diese digitale Welt hineingehe im Vergleich. Also typische Agenturen, Marketing oder ich sage mal Abteilungen im Marketing oder Unternehmen mit Abteilungen im Marketing, um das korrekt zu sagen. Die können ja zum Beispiel in der Vergangenheit oder haben in der Vergangenheit oft auf Abo-Modelle gesetzt. So um dieses Beispiel zu nennen. Du hast dieses Abo-Modell aufgebaut, das war viel Arbeit. Du gibst 80.000 bis 100.000 Euro aus oder vielleicht 20.000 Euro, wenn du jemanden günstigen gekannt hast, der es dann programmiert hat. Ist es nicht auch jetzt gerade. Es gibt zwei Situationen.

Einmal im Marketing brauche ich nur noch 50 Prozent der Fachkräfte, weil die KI kann ja hier ganz viel übernehmen. Und auf der anderen Seite aber eine extreme Schwemme an Angeboten, weil jeder jetzt irgendein Tool bauen kann oder bestehende Tools komplett ersetzen kann. Also weil er halt einfach sagt ein SEO-Tool, also nur zum Nachschauen, wie steht denn die Seite im Google-Kosmos. Kann ich ja, wenn ich ein bisschen Ahnung habe, auch selber bauen. Wozu soll ich mir denn jetzt die Mühe machen, 100 Euro im Monat für ein anderes Tool auszugeben, für ein anderes Werkzeug auszugeben? Wie siehst du diesen Weg? Ja, also du hast recht.

Die Schwemme an Tools ist riesig. Ich glaube deswegen zum Beispiel, dass der Faktor Vertrauen noch sehr viel größer werden wird. In Zukunft Vertrauen in denjenigen, der das Tool zur Verfügung stellen wird. Das ist einmal der eine Punkt. Aber auch warum mache ich das nicht intern? Ich will nicht alles intern machen, weil dann muss ich auch alles pflegen. Also das ist auch eine Entscheidung, die man für sich treffen kann, die ich auch fair finde, das zu machen. An der Stelle einfach zu sagen, da hat sich jemand anderes sehr viel mehr Gedanken drüber gemacht, als ich das jetzt machen kann. Auch wenn ich KI habe und auch wenn ich das selbst machen könnte.

Aber ich entscheide mich bewusst dagegen. Da geht es auch um Fokus. Wo will ich meinen Fokus draufsetzen? Und das sagen wir unseren Startups auch. Setzt den Fokus. Ihr könnt nicht alles machen. Und manchmal kostet das halt auch 100 Euro im Monat. Aber dann ist die Frage, wenn du halt Personalkosten draufsetzt, dann muss das jemand pflegen. Dann muss es weiterentwickelt werden, damit es gut bleibt. Kostet das dann nicht mehr als 100 Euro im Monat? Und die Frage, wenn es nicht mehr als 100 Euro im Monat kostet, kostet es vielleicht nicht mehr als 100 Nerven im Monat an Energie, die du vielleicht in was anderes rein investierst.

Gerade bei uns in der Frühphase, da sind halt sehr viele Frühphasen oder wir machen größtenteils Frühphaseninvestment sehr früh. Die müssen ja ganz klar sagen, wo stecke ich denn meine Energie rein? Weil Energie ist der eine Faktor, den du halt mehr haben solltest als alle anderen, um halt zu überleben als Startup. Aber das gilt ja auch für andere gestandene Unternehmen. Ja, durchaus. Also wenn ich jetzt die Situation im Mittelstand sehe, wo wir derzeit der Wahrheit geschuldet mehr Insolvenzen sehen durch die Wirtschaftssituation als Erfolge. Das ist aber auch nur ein Teil der Wahrheit. Die andere Seite der Medaille ist ja, es gibt doch viele Unternehmen, die sich natürlich wiederum gesund schrumpfen oder eben halt sagen, gut, wir schaffen es durch zum Beispiel digitale, komplexe, aber gut aufgesetzte Prozesse uns wieder nach vorne zu katapultieren.

Das gehört ja auch zur Wahrheit dazu. Plus, dass natürlich ganz viele Unternehmen die Insolvenz absichtlich fahren, um das Unternehmen wieder rauszukaufen. Das macht es natürlich an vielen Stellen auch wieder günstiger. Auch das ist eine gangbare Möglichkeit, die ja vielen Menschen gar nicht gewahr ist. Sehe ich aber dennoch immer das große Problem, dass KI da immer noch zu wenig eine Rolle spielt. Oder? Es ist also der Gedanke, okay, ich müsste in meinem Unternehmen mit einem Fokus arbeiten. Ich müsste an der Digitalisierung arbeiten. Ich sehe jetzt ganz im Speziellen auch die Industrie, könnte da ein bisschen mehr machen.

Dann kommt eine Sache hinzu, was ich auch betrachte. Da habe ich aber auch gerne deine Meinung mal dazu. Ich war jetzt neulich auf dem Shopwear Community Day. Das ist eine große Veranstaltung in Köln. Ich mag das Unternehmen sehr gerne. Die machen wirklich sehr vieles sehr gut, auch mit Mitarbeiterbindung. Da kann man stolz drauf sein. Es ist ein deutsches Unternehmen. Die sind aus Schöppingen. Die machen das wirklich richtig gut. Die haben erkannt, die Zukunft des E-Commerce, also Online-Shop, wie wird der gebaut, ist Agent. Das heißt also, ein Teil der KI ist ja der Agent, der dann abarbeitet. Also der imaginäre Mensch, der eine Fähigkeit hat.

Der Agent. Die sagen zum Beispiel, die Zukunft ist Agent-Commerce. Das ist das, was die Großen auch beispielsweise vorgeben. Das heißt, ein Google sagt zum Beispiel zukünftig, naja, du kannst deine Produkte als Online-Shop bei Google gerne reinsetzen, aber wir wollen es künftig so, dass es eben halt Agent-Ready ist. Das sagen sie anders, weil sie den Begriff nicht so diese Deutungshoheit geben. Also die sagen schon, wir wollen mehr Richtung KI gehen. Das siehst du ja an den Ergebnissen auch. Siehst du das nicht auch so, dass man dann sagt, okay, der Agent könnte den Menschen ersetzen, wie zum Beispiel in Teilprozessen.

Jetzt sind wir wieder bei Marketing etc., pp. In Teilprozessen auf jeden Fall. Also ganz klar. Es ist bei uns im Endeffekt so, dass wir uns auch die Frage gestellt haben, nehmen wir beispielsweise den monatlichen Newsletter. Das ist ein Beispiel aus dem Marketing. Der ist wichtig. Da stehen die monatlichen News drin, die wir so gesammelt haben. Muss ich das selbst machen oder muss ich jemanden dafür haben, dass der mir den Newsletter baut? Dann ist bei uns zum Beispiel die Frage aufgekommen, müssen wir da vielleicht noch jemanden suchen, der das macht? Und dann haben wir uns gesagt, nee, wir machen das halt agentisch.

Wie sieht das denn im klassischen Marketing bei euch aus? Wird mich interessieren. Ist vielleicht auch für die Zuhörer da draußen auch relevant. Klar, wir haben unterschiedliche Vorkenntnisse, die da draußen jetzt herrschen, weil manche haben davon gehört. Die anderen müssen sich das noch ein bisschen näher anschauen. Jetzt kriegen manche vielleicht den Trigger im Kopf. Da muss ich mal reingucken. Im klassischen Marketing. Der typische Fall ist, ich mache Marketing, damit ich gefunden werde, aber damit ich auch neue Kunden kriege. Jetzt geben wir mal bei euch diesen Fall. Also ich kenne das bei euch ja. Wir haben ja schon zusammengearbeitet.

Aber wie macht ihr das heute? Ist das denn auch agentisiert oder macht ihr das noch mit einer typischen Fachkraft? Wir machen das mit einer Fachkraft, aber in einer Mischung. Das heißt, wir haben einmal einen externen Partner, der uns noch unterstützt beim Aufbau mit seiner Erfahrung. Sehr große Erfahrung, die wir zum Beispiel im Team haben. Wir haben im Team auch Erfahrung. Unser Team ist sehr jung. Das heißt, ich bin auch dankbar um die Erfahrung, weil die leitet dann in dem Fall auch noch das Team an. Aber wir haben halt Teilbereiche, die wir schon automatisieren. Wie gesagt, der Newsletter ist für mich immer das einfachste Beispiel.

Wir haben eine Pipeline an Nachrichten. Die kann ich jetzt jede Woche durchgehen, kann mir die Nachrichten angucken, kann die ganz tollen Nachrichten raussuchen, kann die alle in den Newsletter packen und kann ein Good News Newsletter zur Verfügung stellen. Das bindet Kapazitäten. So und dann war bei uns wirklich die Frage im kleinen Team, wollen wir halt noch größer werden als Team? Brauchen wir da jetzt noch eine Person? Und dann war halt die Frage, wir haben das nicht vorbereitet, gerade an der Stelle. Es ist aber durchaus ein Thema, wenn wir jetzt noch mal jemanden suchen, dann die passende Person finden, das dauert dann Zeit x.

Lass uns das anders versuchen. Dann ist halt die Frage, wenn diese Pipeline steht, wie können wir die auswerten? Wie kommen wir zu diesem Punkt? Dann haben wir uns an dem Fall zum Beispiel dafür entschieden, das halt so zu nutzen, dass wir diesen Stream an Daten da rein haben. Der wird ausgewertet nach klaren Kriterien, die ich gegeben habe. Dann wird dieser Newsletter vorbereitet und dann wird der abgelegt. Der wird nicht rausgesendet. Da haben wir eine klare Policy bei uns. News werden nicht einfach rausgesendet. Hat auch einfach mit Vertraulichkeit von Informationen zu tun, auch wenn diese Daten jetzt aus dem öffentlich verfügbaren Netz kommen.

Trotzdem, wir haben diese Policy, das wird noch mal angeguckt. So und dann kann man sich immer noch mal entscheiden, ist das jetzt von der Qualität wirklich so gut? Weil das schwankt ja auch, wenn du der KI sagst, pass mal auf, das sind meine Kernkriterien und ich mache mal einfach ein Beispiel. Ist jetzt nicht vorgekommen, aber fällt mir sofort ein. Nehmen wir beispielsweise, ich sage der KI, hey, wenn ein Startup an einer Veranstaltung teilnimmt, dann ist das immer eine gute Sache. Das möchte ich immer im Newsletter haben, als Beispiel. Okay, so und jetzt hast du, jetzt nimmt das Startup aber an einer Veranstaltung teil, die gar nicht positiv ist.

Und das kann die KI vielleicht gar nicht einschätzen, weil ich die Leitplanke nicht richtig gesetzt habe, sondern die Leitplanke war nur, Veranstaltung ist immer positiv, aber Veranstaltung ist nicht immer positiv. Es kommt drauf an welche. So und dann ist es gut, dass noch mal jemand drauf guckt und sagt, die Veranstaltung lassen wir mal besser raus. Aber das erinnert mich. Oder wir sprechen das Startup an. Das war jetzt ein Beispiel einfach. Finde ich aber ein super Beispiel auch mit den Leitplanken. Das erinnert mich, Verhaltensökonomie ist ja mein Thema, wo wir gesagt haben, in einem Wahrnehmungsmodell müssen immer gewisse Dinge entscheiden.

Also erstmal ist das Angebot relevant, also in dem Fall die Veranstaltung. Und natürlich gehört dann das Vertrauen auch dazu. Also in das Startup Vertrauen zu haben, dass es zum Beispiel gewisse Ziele erreichen kann, gehört ja auch dazu. Absolut, klar. Wie setzt ihr da die Leitplanken? Also versuch es abzukürzen, weil natürlich jetzt bei mir noch ganz viele andere Fragen aufgeploppt sind. Dadurch, dass du natürlich noch ein bisschen erzählt hast über eure Marketing-Tätigkeit. Leitplanken werden Schritt für Schritt aufgebaut, das ist iterativ. Also ich fange erstmal mit dem Grundsatz an Leitplanken an und dann merke ich irgendwann, oh das passt nicht, dann schärfe ich nach und so weiter und so fort.

Und solange wir diese Leitplanken nicht perfekt sind, das kann auch bis in alle Unendlichkeit sein, das kann ich nicht einschätzen, schaffen wir Vier-Augen-Prinzip. Aber es hilft halt einfach bei der Zusammenfassung von Daten. Und sei es auch nur, dass wir ein geordnetes Format haben, wo wir direkt sehen, das sind die News der letzten Woche, ich habe die wie folgt einpriorisiert, siehst du das genauso. Jetzt hast du gerade iterativ gesagt. Iterativ ist ja so ein Begriff, den man aus der Conversion-Optimierung kennt. Das heißt also, es geht nie, würdest du das so sehen, darum ein perfektes Unternehmen aufzusetzen, sondern immer ein erstmal grundsätzlich funktionierendes Konzept oder Konstrukt, auch in der KI, um dann zu sagen, so und dann verbessern wir uns.

Ich merke das selber bei vielen Unternehmen, die halt sagen, okay, wir bauen jetzt hier erstmal, wir haben von KI gehört, wir fangen da jetzt mal irgendwas mit an. Und dann stellen sie schnell fest, es geht nicht schnell genug, weil die iterativen Prozesse zu kurz sind. Wir lassen das bleiben. Also ich habe da wirklich zahlreiche Variationen erlebt, die natürlich dann auch gesagt haben, okay, wir brauchen dich jetzt nicht mehr, wir können alles selber. Sehe ich zum Beispiel als größte Gefahr, das wäre nämlich dann gleichzeitig die Frage, KI ist ja was Tolles. Jetzt musst du aber, du hast es gerade gesagt, Fokus haben.

Das heißt also, es geht nicht darum, ich mache jetzt alles selbst mit KI, sondern es geht nicht um die Beraterzunft. Ich bin ja selbst einer, den man jetzt unbedingt buchen muss, sondern es geht darum, dass man wirklich erkennt, ich muss nicht alles selber machen, weil es vielleicht auch verzettelt, oder? Ja klar, natürlich, das kann auch in die vollkommen falsche Richtung gehen. Die Frage ist natürlich auch immer, willst du direkt die eierlegende Wollmilchsau bauen oder baust du dir erstmal einen kleinen Teil daraus und guckst mal, ob der funktioniert? Dann hast du ja schon mal einen Lerngewinn. Meistens ist der Ansatz, okay, wir machen jetzt alles mit Tool X und alles auf einmal am besten.

So und dann scheitert das, dann kommst du in diese Situation, dass du sagst, boah, jetzt haben wir so viel Geld verbrannt, das bringt alles nichts. Und dann musst du entscheiden, hast du kostenlosen Phänomen und bleibst halt einfach dabei, obwohl du weißt, hat nicht funktioniert, oder schmeißt du den Kram weg, sind die zwei Entscheidungen, die ja dann meistens kommen. Und bist aber tatsächlich unzufrieden. So und deswegen, ich bin eher lieber ein Freund, schrittweise da dran zu gehen. Ich meine, ist auch irgendwo klar. Ich meine, ich komme ja aus der Informatik, da ist es halt auch so. Ja, also wenn wir jetzt zum Beispiel mal auf Linux gucken, wann Linux zum ersten Mal da war, im letzten Jahrtausend, wie sich dieses System bis heute immer noch verändert hat, auch von der Geschwindigkeit.

Alleine in den letzten Zeitabschnitten, obwohl diese Grundfunktionalität aber damals schon da war. Und die wird heute aber immer noch schneller und die ist immer noch dieselbe wie damals. Also nur angepasst, optimiert. Basiert auf der Mathematik. Und das ist halt zum Beispiel auch so eine Sache. Dann fange ich mit dem Kleinen an, baue das auf und dann wird auch klar, wo brauche ich Leitplanken, wo brauche ich Analyse, wo kann vielleicht auch eine KI die Analyse dann wiederum übernehmen, weil es dafür wieder klare Leitplanken gibt. Und wenn man natürlich unendlich viel Geld und Ressourcen hat und die da draufschmeißen kann, dann geht das natürlich alles auch schneller nochmal.

Aber als Kleinunternehmen würde ich sagen, lieber iterativ, schrittweise, Schritt für Schritt einführen, Dinge ändern, anpassen und so weiter und so fort. Es ist schon besser. Und dann hast du dieses eine Ding, was du gesagt hast, optimier ich bis in die Unendlichkeit. Muss ja jeder für sich selbst entscheiden, aber jeder kennt ja auch das Pareto-Prinzip. Ich sehe da die Gefahr, wenn ich in die Unendlichkeit entwickle, werde ich niemals ein, wenn wir das mit einem Fahrzeug vergleichen würden, niemals ein fahrbares Produkt. Und am Ende eines jeden Unternehmens, ob das jetzt nur Thema Nachfolge, auch gerade bei vielen Unternehmen eine große Thematik, wenn ich nie was Fahrbares habe, dann kann ich damit keine Reichweite erzeugen.

Insofern ist das Unternehmen dann auch tot, weil es keinen Sinn hat. Genau, wenn mal irgendjemand das schöne Bild gemacht hat, wir holen uns jetzt alles, was wir zur Hand haben und dann springen wir von der Klippe und dann bauen wir auf dem Weg nach unten das Flugzeug, dann wird schon alles gut. Ich fand dieses Sinnbild irgendwie ganz passend für manche Sachen. Also grundsätzlich sollte es Flügel haben, bevor man startet und man in etwa das Gefühl haben, dass man vielleicht seicht landet, könnte sonst hart werden. Ich komme zu zwei abschließenden Fragen. Du hast ganz viel erzählt, das war sehr viel Tiefe dabei. Welchen Tipp würdest du Unternehmern und Menschen zum Thema KI geben?

Erstmal offen dafür sein, aber auch kritisch. Ich finde immer, Offenheit ist kein Widerspruch für auch ein kritisches Denken, weil es ist irgendwie ganz klar, wenn du in irgendeinen Laden gehst oder auf irgendeine Webseite und du bist offen dafür, ein neues Produkt zu kaufen, dann bist du trotzdem vielleicht auch dann kritisch, damit du dein Geld nicht verbrennst. Selbes Prinzip. Du gehst da rein, du guckst dir das an, sei offen dafür. Und Offenheit bedeutet an der Stelle vielleicht auch mal gar nicht, mit der Grundidee reinzugehen, das ist ein Problem, das ich lösen muss, sondern eher, das ist ein Problem, das ich im besten Fall lösen kann.

Dann ist nämlich die Enttäuschung auch nicht zu groß, weil man merkt, es passt nicht. Vielleicht gibt es andere Fälle, für die es viel besser passt. Und sich dann einfach mal ein Bild darüber zu machen. Wo könnte es passen? Wo könnte es für mich passen? Ich glaube, für die Privatperson oder für viele Privatpersonen ist es ja tatsächlich auch schon so, die haben schon mal mit ChatGPT gearbeitet, die haben das schon mal genutzt. Das kommt ja auch immer mehr, wenn man gerade an der Stelle schon mal angekommen ist, sich auch vielleicht mal die Frage zu stellen, ich habe das jetzt einfach mal genutzt. Gibt es vielleicht auch andere, die das auch nutzen und ich kann mir das mal kostenlos irgendwo angucken?

Es gibt ja viele Leute, die auch sehr gute Tutorials zur Verfügung stellen, wie man das nutzt. Dann auch zu sagen, ich hole mir mal den Rat von jemand anderem. Das ist beim Unternehmen genau dasselbe. Und dann sind wir wieder bei der Beratertätigkeit. Es gibt halt Leute, die haben das Ding vielleicht schon mehr durchstromen als ich. Und dann bin ich auch bereit, diese Dienstleistung zu zahlen, wenn ich das Vertrauen habe, dass die Person mir keinen Wehren aufbindet. Dass sie es wirklich verstanden hat oder bis zu einem gewissen Punkt. Das wird halt jetzt dann wieder spannend, dass Unternehmen andere Berater reinholen, als sie vielleicht vorher mit reingenommen haben.

Und das wird irgendwie ganz interessant, weil ich glaube, dieses Beratertum wird sich auch noch mal ändern. Ja, da bin ich felsenfest von überzeugt. Eine wichtige Frage, weil es macht ja auch alles etwas mit uns Menschen. Ich sehe es als epochalen Wandel und eigentlich eine tolle Zeit, in der wir leben. Weil, wenn ich dann so die Vergleiche tätige, ich habe das in einem Buch von Yuval Noah Harari gelesen, wenn ein Mensch vor über 500 Jahren schlafen gegangen wäre und nach 500 Jahren aufgewacht wäre, der hätte sich gefragt, in was für einer Welt leben wir hier gerade. Weil damals gab es gerade mal, ich glaube 500 Jahre zurück, müsste ich jetzt grob richtig liegen, nicht mal, oder doch, es gab schon Kutschen.

Aber das Thema Dampfmaschine, das ist vielleicht noch was weg gewesen. Also da war ja, ist ein riesen Entwicklungssprung in den letzten 500 Jahren gewesen. Und jetzt kommt schon wieder in einem kürzeren Abstand das mit der KI. Also wo jeder sich erst mal fragt, wo finde ich meinen Platz? Ich finde die Frage sehr wichtig, weil sie uns, die ich jetzt stellen werde, sehr relevant, weil sie mit uns Menschen etwas macht. Also Technik ist immer gut in seiner Entwicklung, wenn es gut für den Menschen ist. Kommt immer drauf an, wer den Hebel bedient. Aber jetzt die Frage an dich, die ich jedem gerne stelle. Wer bist du ohne deine Position und ohne deinen Namen?

Unvorbereitet, ich weiß. Ich glaube, ich bin jemand, der eine große Freude an Innovation hat und eine große Freude an Problemlösung. Und ich glaube, dass mir der Bereich erst mal egal ist, weil ich glaube, ich habe diesen Wunsch an Innovation und Problemlösung in ganz unterschiedlichen Bereichen. Ob es meine Arbeit ist, ob es mein Privatumfeld ist, ob ich zum Fußball gehe und da gerne eine Lösung dafür finde, wie man besser spielt, wie wir das hinkriegen gemeinsam. Daran habe ich Freude. Und ob es jetzt meine Arbeit, wie gesagt, sehr spezifisch ist mit den Startups, die nochmal ein eigenes, innovatives Umfeld natürlich bilden, würde ich das davon wirklich loslösen.

Das hatte ich schon immer. Dieser Wunsch, Dinge zu lernen, ist bei mir extrem groß. Und der Wunsch, aber auch Dinge sehr schnell bis zu einem gewissen Prozentsatz zu durchdringen und dann aber auch zum nächsten Thema zu gehen, ist bei mir auch sehr groß. Das erinnert mich an jemanden, der mal erklärt hat, wenn Kinder im Sandkasten spielen und wir sind eigentlich alles große Kinder, so fühle ich mich manchmal, ich bin auch naiv, sage ich auch gerne, weil ich aber auch bekloppt genug bin, immer neue Sachen anzufangen und zu testen. Und Kinder machen das genauso. Die gehen in den Sandkasten, nehmen sich irgendein Spielzeug, bauen eine Sandburg, um sie danach zu zerstören.

Ja, soll er sie verwalten? Soll er die Sandburg jetzt verwalten, so wie wir das als Menschen gelernt haben? Und ich glaube, das dürfen wir niemals vergessen, dass wir eben halt das Kind in uns, manche sprechen von innerem Kind, immer bewahren. Und ich höre heraus, das tust du, weil du immer mit Neugier auf neue Themen zugehst, sie vielleicht mit offenen Namen empfängst, so deute ich das richtig, ohne direkt die Arme zu verschließen. Was übrigens auch so ein typisch deutsches Ding ist. Nee, das kenne man nicht. Es gibt ja die Kölschen Grundgesetze. Kenne man nicht, bruche man nicht, verdammt. Es ist eigentlich schön, dass es die Kölschen Grundgesetze gibt, aber sie sind eigentlich falsch.

Sind nicht gut. Also ich hoffe, dass ich die Mentalität meiner Oma geerbt habe, die ist vor drei Wochen 100 geworden. Die ist noch echt fit. Und die sagt immer noch selbst, sie ist doch erst 18. Ach wie schön. Ein unfassbar schönes Schlusswort. Wolltest du noch was ergänzen? Super. Sandro, danke schön, dass du in dieser Ausgabe dabei gewesen bist. Ich wünsche dir alles erdenklich Gute. Und liebe Gäste, liebe Zuhörer, bitte jetzt abonnieren und liken, oder auch teilen, wenn ihr viele weitere solche Ausgaben hören wollt. Nur dadurch kann unser Podcast wachsen. Dankeschön.

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